Joghurt-in-der-Tasche-Revolte

»Weil der Joghurt zerquetscht werden könnte,« sagst du, während du in deiner Tasche rumkramst und die festen Gegenstände nach unten packst, »sonst läuft doch alles aus und die Tasche war doch erst (seufzend) vor ein paar Tagen in der Reinigung.« Schweigend sitze ich da und könnte höchstens etwas entgegnen, das dir die Belanglosigkeit dieser Sache bewusst macht, dass du dich anschließend geradezu schämst, dieser monotonen Routine verfallen zu sein, die dazu führt, solche Nichtigkeiten zu den größten Hürden deines Alltags werden zu lassen. Doch mir fällt auf, wenn alles egal ist, das auch das egal ist, dass es mich nichts angeht, was du aus deinem Leben machst. Und woher weiß ich überhaupt, ob du dir nicht schon selbst die gleichen Fragen stellst, nachts wach liegst und nichts mit dir anzufangen weißt. Vielleicht ist diese Joghurt-in-der-Tasche-Angst auch ein Verdrängnisakt, der die anderen großen Ängste für Augenblicke verschwinden lässt, weil der Fokus deiner Gedanken mal nicht auf ihnen liegt. 
Also bleibe ich still, sage nichts und schaue dir zu, wie du einen Gegenstand nach dem anderen geordnet in die Tasche legst.
Denn ich bin müde von all der Alltagsrevolterei.

Ein Kommentar

  1. Hi, ich wollte einmal „Danke“ sagen für deinen Kommentar und ja, da hab ich hier ein bisschen rumgeguckt und jetzt will ich dir auch noch sagen, dass ich deinen Schreibstil sehr mag und deine Fotos sind auch richtig schön. Jap, that’s it. Und ja, wir würden uns bestimmt gut verstehen – lass mal aus dem Konjunktiv ein Indikativ machen, ok? Yay. x

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