Sonntagsbericht

Hallo Trang, 

was hast du eigentlich seit dem letzten Blogpost gemacht?

Hallo,
gut dass du fragst! Außer mich in der zweiten Person anzusprechen, weil mir keine bessere Einleitung für diesen Blogpost einfällt, bin ich hauptsächlich in die Schule gegangen und wenn ich wieder nach Hause gegangen bin, habe ich etwas für die Schule gemacht. Und sehr viel mehr kann man auch nicht erwarten. Deshalb habe ich seither nichts geschrieben. Aber man muss sich ja nicht nur an den ganz großen, unglaublichen Dingen im Leben aufhängen, also erzähle ich etwas von meinem Alltag.

– Ich bin wieder Schülersprecherin geworden. Die Wahl ist schon etwas länger her, aber durchaus erwähnenswert, da der neue Schülerratsvorstand aus keinem einzigen ehemaligen Mitglied besteht – außer mir. Dennoch eine interessante Erfahrung, da neue Menschen neue Ideen einbringen, und wir kurzerhand aus einem Kulturtag (für nähere Infos einfach den Blog runterscrollen oder danach suchen) zwei Projekttage mit einem anschließenden Sommerfest machten. Ich bin gespannt.
Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich ziemlich zögerte, als ich mich aufstellen ließ und dann die Wahl annahm. Vielleicht wird darüber noch ein Blogpost kommen, sollte sich dazu Zeit finden.

– Ich bin im Oberabikomitee (welches wir trotz geografisch-historischer Zusammenhänge garantiert nicht in Zentralkomitee umbenennen werden), daneben gibt es noch mehrere andere Komitees. Das Oberkomitee dient lediglich der Kooordination der anderen Komitees. Ziel des Ganzen ist die Organisation der Studienfahrt, letzten Schulwoche, Abibuch und vor allem Abiball.
Auch hier zögerte ich bei der Eintragung ins Oberabikomitee, aber da ich in etwa meinen Jahrgang kenne, habe ich mich doch noch dafür entschieden (Kontrollverlust – einer der größten abstrakten Feinde des Menschen wahrscheinlich). Glücklicherweise bin ich nicht die einzige dort drin, denn es tut echt gut, mal nicht an alles denken zu müssen. Trotzdem läuft es etwas drunter und drüber, denn seit drei Monaten laufen nun die Planungen für die Studienfahrt. Das Problem lag hauptsächlich an der Informationsweitergabe, um es kurz zu sagen. (Ihr kennt sicher das Spiel „Stille Post“ – genauso lief alles ab. Nur dass das, was am Ende rauskam, nicht witzig war, aber genauso so viel Mehrwert brachte – nämlich gar keinen!) Jetzt stehen wir jedenfalls wieder ganz am Anfang – bei der Reisezielwahl. Wünscht mir einfach Glück, dass es nun mit der nächsten Versammlung klappt. Mir tut das Studienfahrtskomitee ziemlich leid.
Auch hier zeigt sich übrigens gut, dass man 1. es nicht jedem recht machen kann und 2. nicht viel auf die Meinung anderer mehr geben sollte (weniger die Mehrheitsbeschlüsse betreffend), wenn man weiterkommen will. Außerdem befinden wir uns hier in der Schule in einem System, in dem jeder die Inititive gerne ergreifen darf, statt tatenlos zuzusehen, denn Fehler werden nicht mit Absicht gemacht, weshalb es hilfreich wäre, bei Problemen vielleicht gleich auf die Verantwortlichen zuzugehen, statt hinter ihrem Rücken oder gar in ihrer Anwesenheit (ohne übrigens zu wissen, dass es sich hierbei um einen der Verantwortlichen handelt) über „ihre Unfähigkeit“ (noch milde ausgedrückt) zu lästern, rumzujammern. Schließlich bringt es niemandem etwas. Wir könnten natürlich auch alles sein lassen. Darauf ist aber auch noch keiner gekommen.
Ich hoffe, es wird wieder. Denn eigentlich dient diese Komiteearbeit dazu, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, fernab von der trockenen Theorie des Lehrstoffplans und etwas näher am echten Leben, das uns nach der Schule erwartet.

– Ich zweifele mittlerweile doch sehr an der Umsetzung meiner Ansprüche, was das Abitur angeht. Dieses Halbjahr ist notenmäßig mehrere Zehntel entfernt von meiner Vorstellung und ich habe mich auch schon davon verabschiedet, es irgendwie ausgleichen zu können. Auch wenn die letzten Noten besser waren, als erwartet. Ich glaube, ich mache es jetzt wieder wie ganz am Anfang meiner Gymnasialzeit und lerne nur für mich. „Basic skills“ wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Rezipieren, Reflektieren beherrsche ich nun in etwa und damit müsste ich ja irgendwie irgendwo hinkommen. Zumindest habe ich das aus der Schule mitgenommen.

– Derzeit habe ich ziemlich das Bedürfnis, mich in eine Waldhütte zu verkriechen und in aller Ruhe einfach nur zu lesen. Letztens bin ich mit „Der Fremde“ von Albert Camus fertig geworden. Die letzten Seiten haben viele meiner vorherigen Überlegungen bestätigt. Ansonsten springe ich nun zwischen Haruki Murakamis „Kafka am Strand“ und Kafkas Gesamtausgabe (Kindle Paperwhite ftw!) hin und her, wobei ersteres mich wesentlich mehr fesselt.
Ich finde langsam wirklich Gefallen an surrealistischen Elementen, obwohl ich ja eher skeptisch gegenüber allem Nicht-Realen stehe, was Geschichten angeht (auch wenn sich natürlich darüber streiten lässt, dass Fiktion sowieso nicht echt ist, aber ich beziehe mich hierbei auf Fantasy-Bücher).

– Trotz meiner Noneloquenz habe ich in zwei Tagen zweimal 15 Punkte für meine jeweiligen Vorträge bekommen. Das freut mich so sehr, dass ich es hier veröffentlichen muss.
Wobei wahrscheinlich mindestens 2 Notenpunkte daher kamen, dass ich eine PowerPoint-Präsentation mit Präsentationsfernbedienung und LASERPOINTER benutzte! Das ist auch das Tolle an unserer Schule: Der Beamer wird so selten eingesetzt (die meisten Lehrer vertrauen noch auf den guten, alten Polylux), dass man ein wenig als unnahbarer Heiliger aus der Zukunft angesehen wird, sobald man ihn als Schüler für Vorträge gebraucht (es gibt ja im Kollegium ganz spezielle, wenige Ausnahmen, die diese hoch ehrwürdige, unerverständliche, neue Technologie, für die man ja schon zu alt ist, um sie zu verstehen, beherrschen, aber das ist ja dieser ganze Mitt-Dreißiger-Jungspund! In der DDR, ne, da hatte man das doch alles gar nicht! Da reichte es aus, im Russich-Abitur einen Brief zu schreiben!)

Worauf ich jedenfalls hinaus wollte: Nehmt nur Vorträge, die euch auch interessieren. Anders ist das Herausarbeiten nur eine große, mühselige Last und Lehrer mögen es, wenn man zumindest etwas mit Begeisterung spricht.
In meinem Fall waren es Kubismus / Picasso und Zeit der Restauration bzw. Bürgerliche Revolutionen 1848/49. Hier auch ein Dank an Guido Knopp – denn wer mit Geschichte nichts anfangen kann, aber muss, dem empfehle ich „Die Deutschen“ vom ZDF. Die Reihe ist wirklich gut gemacht und die wichtigsten Ereignisse vor dem Zweiten Weltkrieg werden mit zusammenhängenden Persönlichkeiten erläutert, sodass es sich nicht nur um eine trockene Aufzählung von Fakten handelt.

Und jetzt mache ich mich mal an meiner Latein-Übersetzung. Bis dann!

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