Ich werde einen Monat lang schweigen. Zumindest versuche ich es.

Anmerkung (2.2.): Es wird vermutlich auf weniger als 4 Wochen verlaufen. Genau weiß ich’s noch nicht. Ich versuche, mir möglichst wenig Druck aufzubauen.

Anfang des Jahres hat man immer so verrückte Ideen, wie sich mal im Fitnessstudio anzumelden, Hausaufgaben am selben Tag zu erledigen, an dem man sie aufbekommen hat, unheimlich viel Geld zu sparen, bestimmte Charaktereigenschaften zu stärken oder abzuschwächen, oder mal einen Monat zu schweigen.
Letzteres habe ich mehr oder weniger spontan entschieden. Bis zum 27. Februar, pünktlich am Geburtstag meiner Oma, rede ich wieder.
Kommunizieren werde ich über die Notiz-App meines Handys, Stift und Papier oder wild gestikulieren. Da ich in letzter Zeit sowieso eher ungesprächig bin und kaum etwas unternehme, wird es nicht soooo unmöglich sein, nicht mehr zu sprechen.
Zwar gehe ich noch zur Schule, aber mündlich beteilige ich mich eh kaum am Unterrichtsgeschehen und einen besseren Zeitpunkt habe ich nicht gefunden (Französischaustausch, u know) bzw. bis dahin hätte ich es mir anders überlegt. Vor allem wenn diese Entscheidung kurz vor dem Schlafengehen gefällt wurde. Wurde sie. (Da ist man noch am mutigsten, weil die Realität so einfach, weil fern erscheint.)

Es ergeben sich immer mehr Gründe für mich, es durchzuziehen, aber einer der Hauptgründe ist dieser: Beim Schreiben habe ich mehr Zeit, meine Worte auszuwählen und das, was ich ausdrücken will, zu überdenken.
Klar, Reden geht dafür schneller, aber die meiste Zeit unterhalte ich mich, wenn überhaupt, über belanglose Themen und längere Gespräche führe ich mittlerweile per Chat wegen oben genannten Gründen.
Bisher sind nämlich fast alle Unterhaltungen so gestrickt, dass mein Gegenüber sich nur mitteilen will und da reicht zuhören vollkommen aus. Ich muss mir jetzt nicht einmal eine Antwort überlegen, die eh nichts bringt außer einer Verlängerung des Gesprächs, die durch mein Kommentieren unabsichtlich in eine Richtung gelenkt wird, zu der beide Parteien schließlich nichts mehr zu sagen haben. Dann höre ich lieber nur zu.

Die Art, was für Gespräche ich meiste Zeit führe, klingt vielleicht sehr traurig, aber letztlich sieht so mein Schulalltag derzeit aus. Und ich möchte eigentlich nichts kritisieren, es ist mir nur aufgefallen.

Jedenfalls bin ich gespannt, wo das alles noch hinführt, aber es hat was, mal aus der Routine rauszukommen.

(Edit: Die Idee ist natürlich nicht neu und auf den Gedanken gebracht haben mich „Extrem laut und unglaublich nah“ und andere Bücher sowie letztlich „Dritte Wege“, wobei ich andere „Ziele“ damit verfolge. Übrigens zu empfehlende Bücher, letzteres ist aber eine Reihe.

Edit 2: Ich habe den Beitrag erst einmal auf privat gestellt, da die Hauptgründe gar keine Hauptgründe sind. Es gibt nämlich keine Hauptgründe. Gründe ergeben sich jeden Tag neu, wichtig zu wissen ist nur: Ich mach’s.

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