Viele Gedankensprünge mit abruptem, nicht vollendeten Ende, war mal ein Entwurf

„Was willst du eigentlich studieren?“ – „Keine Ahnung.“

In den letzten Tagen öfter diese Frage gestellt bekommen, als sonst. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in den letzten Tagen verhältnismäßig mit mehr Leuten sprach als sonst, warum auch immer. Ungesprächig bin ich schon seit längerem, schweigsam zuhören und manchmal im Gespräch ein wenig abwesend sein, weil die Aufmerksamkeitsspanne bei ungefähr weniger als einer Minute beträgt, ist eher so mein Part.

Meistens ist der Wortwechsel bei dem „Keine Ahnung“ schon vorbei. Der Gesprächspartner wendet sich ab oder beginnt ein neues Thema. Die einzige Reaktion ist nur ein einfaches „Oh, achso.“, oft gefolgt von einem tröstenden, schnell einwendenden „Aber du hast ja noch Zeit.“ Kopfnicken, „Genau.“, lächeln. Kein Druck. Wirklich nicht. Aber manchmal das Gefühl,  dass an einem Druck  ausgeübt wird. Passiv. Freunde, die’s schon ungefähr wissen oder immerhin die Richtung. Sprachen, Naturwissenschaften, Wirtschaft, vielleicht was mit Medien oder Menschen. Hier und da der Aushang zu einer Berufsberatung.  Die letzten mahnenden Worte des in Ruhestand gehenden Lehrers, es könne doch nicht sein, in der 12. Klasse immer noch nicht zu wissen, was man später machen will. Von allen Seiten schreit’s, der Arbeitsmarkt braucht dich, ja, genau dich! Fachkräftemangel, überall! MehrLeistungLeistungLeistungLeistungLeistung.  Gleich nach dem Abi studieren oder ein freiwilliges Jahr, Abischnitt anheben, möglichst guten Studienplatz ergattern, irgendwas mit Zukunft, paar Semester durchstehen, PraktikaPraktikaPraktika, sammeln für den Lebenslauf, je länger desto besser, desto höher die Wahrscheinlichkeit, die Chancen, eingestellt zu werden, arbeitenarbeitenarbeitenarbeitenarbeiten, GeldGeldGeldGeldGeldGeld, weil Existenzerhaltung. Was denn schließlich sonst? Rockstar werden? Bestseller schreiben?  Im Lotto gewinnen? Naiver Kindertraum. Willkommen in der Realität, denn dein Leben wird sehr wahrscheinlich so aussehen wie oben beschrieben. Drang nach mehr? Immer doch! Aber nur in ganz kleinen Schritten. Minimal, kaum bemerkbar, aber doch recht viel, so in Relation gesetzt. Hey, ein neues Regal gekauft, von Ikea, gerade aufgebaut. Die Wand nun in einer helleren Farbe tapeziert. Wie aufregend! Wir freuen uns so sehr auf unseren einwöchigen Mallorca-Urlaub. Schon lange nicht mehr am Mittelmeer gewesen! Aber ohne dieses Kontinuierliche, würde man doch gar nicht mehr diese Dinge schätzen! Weniger ist mehr! Weiß ich nicht, kann sein. Kann aber auch sein, dass es nur eine tröstende Ausrede ist, weil schwer, aus so einem Rhythmus rauszukommen, überhaupt den Drang zu haben. Weil man den irgendwann vergisst, zwischen all dem, was getan werden muss. Und einfach zufrieden sein, reicht aus. Doch bis man das eben ist, dauert es. Und wenn man es ist, was dann? Ständiger Fortbewegungsdrang, was?

Botschaften vermitteln oder überhaupt Texte mit einer Aussage sind was für Anfänger. 

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