Beinhaltet irgendwas mit der Suche nach Sinn, aber nichts Depressivem, trotzdem schwachsinnig

Erst mal nur gedanklichen Kram. Die typischen Sommerferien-Foto-Erzählung-Einträge kommen später oder gar nicht. Im Ankündigen und Durchziehen war ich schon immer ganz groß wie man sieht oder eher nicht. Fällt hier zum Glück nicht so auf.

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Wenn es sowas wie eine Midlife Crisis gibt und – wie ich durch Kuttners letztes Buch erfuhr – auch eine Quarterlife Crisis, gibt es dann auch eine Eighthlife Crisis oder wurde dieser Lebensabschnitt einfach unter „Pubertät“ mit dem ganzen hormonellen Kram zusammengefasst?

Ich komme mir gerade so vor, als würde ich eine Autobahn mit Hindernissen entlang fahren, hätte einen Turm aus Legosteinen aufgebaut oder einen überdiemensionalen Zopf geflochten, 16 Jahre lang.
Ich glaube, die letztere, wenn auch dämlichste, Metapher passt am besten.
Sämtliche Entscheidungen und Konsequenzen sind ineinander verflochten, die den weiteren Flechtvorgang massiv beeinflussen. Ist klar, und esgäbe eine bessere Metapher, womit ich das alles beschreiben könnte, weil’s das Leben ist und darauf kaut man ja schon Jahrhunderte drauf rum und diverse Facebookseiten, die von gelangweilten 14-Jährigen erstellt wurden, die jeden Tag irgendwelche pseudophilophischen Sprüche oder dämliche Umfragen sowie Bilder posten, ja. Ich meine, dass alles aufeinander aufbaut im Leben, ist klar.
Und eigentlich kein Problem, sieht zumindest so aus, das sieht bei allen so aus, als hätten sie kein problem damit, weil sie sich darüber keine Gedanken machen, weil’s da keine Gedanken zu machen gibt, weil es ja so abläuft. Das Leben, meine ich.
Aber ich mach mir Gedanken. Und in letzter Zeit ziemlich viele dazu. Es ist so, dass ich mich bisher nur auf die Straße konzentrierte (ich nehme mal die Autobahn-Metapher, die passt hier besser) – wie jeder andere auch. Ich versuchte, die anderen zu überholen, Hindernissen aus dem Weg zu gehen oder eher zu fahren und alles andere, was für eine Metapher im Leben stehen könnte, ich aber keine lust habe, mir weitere auszudenken, weil 2 Uhr nachts ist und ich sowieso kein großer Dichter bin. Oder eloquent oder sowas.
Aber jetzt ist es so, als wär ich aus dem Auto ausgestiegen und kurz oder immer mal wieder mit einem Hubschrauber über die Straße geflogen, über alle Straßen. Und dann frage ich mich, was ich da überhaupt mache, wozu und ob ich das wirklich will und tausend andere scheiß Fragen, die ich mir nicht mal genau stellen kann, weil ich eher auf die Antwort hinaus will, die ich nicht weiß und deshalb irgendwas mache, was auch nicht die Antwort ist, aber vielleicht in dieser Richtung liegt.
Ich weiß nicht, ob ich nun von der Straße weg will oder ob ich nicht einfach weiterfahre. Ich weiß nicht, ob mir das alles wirklich gefällt oder ob es mich stört. Ich habe logische Argumente für das eine, will mich damit nicht zufrieden geben, weil ich an der Logik allgemein zweifle. Und damit meine ich nicht irgendeinen Gedankengang, sondern allgemein Logik an sich.
Und zweifeln ist so ein doofes Wort, denn es hört sich an, als wäre ich von ihr abgeneigt, aber das bin ich gar nicht oder bin mir da zumindest nicht ganz sicher.
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Auf den Punkt gebracht, zweifle ich an diesem Plan im Leben und dem Plan, das Leben einfach machen zu lassen, weil man ja doch irgendwas machen muss. Und ich zweifle daran, dem Leben eine große Bedeutung, einen Sinn zu geben. Schließlich bin ich es ja, die das macht. Im Endeffekt. Auch wenn Leute glauben, es gäbe einen Gott oder Ähnliches, halten sich daran und leben, wie’s vorgegeben ist. Oder sowas wie Schicksal, irgendwas Gesteuertes.
Problm ist dieses „angenommen, es wäre so“, ab da komme ich in einen gedanklichen Teufelskreis.
Mich verwirrt der Gedanke, dass ich es bin, die den Sinn vorgibt und somit alles in Frage stelle. Moral, Normen, alles, was die Menschheit gesellschaftlich und auch einfach so aufbaute. Wobei letztendlich alles wieder auf’s Gesellschaftliche hinausläuft. Irgendwo.
Denn ich brauche diesen Sinn, weil Handlungen einen Sinn brauchen, auch wenn es total primitiv ist, aber anders kann ich nicht entscheiden, handeln.
Und nach dem Sinn zu suchen ergibt für mich keinen Sinn, wenn alles um einen eindrückt, wenn praktisch Mauern um einen stehen, man aber die Flexibilität braucht, um irgendwas zu machen, Und diese Mauern sind das System der Gesellschaft, so verzweigt ineinander, dass es unmöglich für mich scheint, irgendwas zu machen. Denn irgendwie kann ich nur was Neues anfangen, wenn ich das Alte umgeschmissen, drauf rumgetrampelt, zerissen und anschließend angezündet habe.
Zwischen diesen Mauern kann ich mich kaum bewegen, aber ich brauche diese Freiheit, ich brauche das Gefühl, dass alles möglich ist. Und das habe ich nicht.
Es ist zu viel Zeug, zu viel Leben, das ineinander verzweigt ist, um diese Mauern zu zerstören. Und selbst dann wäre ein Überleben kaum möglich.

 

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tl;dr: Ich mache mir zu viele Gedanken. Vielleicht sollte die Schule wieder anfangen, aber das stört mich. Und dieser ganze Höflichkeitskram. Und Moral. Und wenn man mehr als 5845 Male jedes Mal anderen den Vortritt gelassen hat, Verständnis aufbrachte und die Schuld auf sich schob, nicht immer und nicht oft genug, um sich damit zu brüsten, rechtfertigen zu können, aber öfter als manch andere, dann hat man nach dem 5846. Mal und diesen Gedanken* keine Lust mehr.

*Apropos Gedanke: Es ist leichter als einzelner eine Horde Elefanten umzuschubsen, als jemanden vom Gegenteil zu überzeugen, der fest im Glauben ist, er sei im Recht.

Nachtrag: Nach ungefähr 3 Minuten will man dann ales wieder zurücknehmen, aber irgendwie doch nicht, also lass ich’s hier stehen, aber durchgestrichen, rein zur Dokumentation, wobei ich mir bei jedem Satz denke „Nein, so meine ich das nicht“, aber umschreiben, pff.

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