Mathematisch korrekt hieße es nun -2, aber niemand mag Mathe

Hi.

Die OP war gestern, alles lief anscheinend gut, während der Narkose wurde meine Lunge nicht von Magensäure zersetzt und nach der OP musste ich auch nicht kotzen.

Ich bleibe bis Samstag, da werden dann die Fäden gezogen und meine Oberlippe sieht hoffentlich nicht mehr so aus wie ein schlechtes Plagiat von Lana Del Reys Mund. Oder so. Habe nämlich auch mal nach einem Tag in den Spiegel geguckt, um entsetzt festzustellen, dass es ziemlich merkwürdig aussieht. Hoffentlich ist es nur geschwollen und geht wieder zurück, ansonsten … ja. Ich werd morgen erst mal nachfragen.

Derzeit teile ich mir mein Zimmer mit zwei älteren Frauen und gerade schnarcht eine. Ziemlich laut. Nicht ohrenbetäubend, aber laut genug, um das Bedürfnis schlafen zu gehen zu unterdrücken. Also liege ich hier rum und habe seit  17 Uhr Breaking Bad weitergeguckt. Bin jetzt bei S03E08 gelandet.

Das Essen ist grausig. Wirklich gut war nur mein Vollkornbrot mit Käse vom ersten Tag. Von da an gab’s nur Flüssignahrung. Nicht identifizierbarer (na ja, gut, das eine stellte sich als nicht-nach-Schokoladenpuddig-schmeckenden-Schokoladenpuddig-der-nur-braun-und-flüssig-ist heraus) Irgendwas-ungiftiges-das-noch-essbar-ist-aber-es-darf-bloß-nicht-schmecken-Mix, yo.

Das schlimmste daran ist allerdings das Atmen durch den Mund. Er ist nach ’ner Weile so trocken wie die Vagina deiner Mutter die Desertifikation in der Sahelzone. (Anm.: Der Vergleich hinkt und ist sicherlich nicht fachlich korrekt, aber Geo war noch nie meine Stärke und ich erwähne auch hier nohmal, dass ich es abgewählt habe und dies der glücklichste Tag meines bisherigen Lebens war [nicht ganz wahr, aber das trifft’s fast]. \o/)

Jedenfalls kann und darf ich nichts anderes außer „“““““Suppe““““““ essen (falls es welche ist, aber bestimmt, die flüssigen Gerichte nennt man ja so, falls es noch als Gericht zählt, aber man kann’s essen, ja) und irgendwie sehe ich überall Essen, das ich nicht essen darf und das finde ich ziemlich scheiße, ich hoffe auf Mitgefühl. Selbst die Kekse und kernlosen Weintrauben, die ich geschenkt bekam, darf ich nicht essen. WAS SCHLIMMERES AUF DER WELT GIBT’S DOCH GAR NICHT ;___;

Ansonsten ist soweit alles okay~. Das Wetter ist ziemlich heiß und wenn ich entlassen werde, regnet’s, aber hoffentlich nicht die ganzen Ferien über.

Hier der Ablauf der OP, weil ich ganz genau weiß, dass hier Leute mitlesen, die’s mit Blut nicht so haben und an dieser Stelle aufhören sollten. Ja, Laura, dich mein ich. Nein, mir geht es gut, es war nichts ernstes, es war nur viel Blut.

Na ja, gut, das war halb gelogen. So viel Blut war da auch nicht. Einen Tag vorher wurde mir welches abgenommen, tapfer wie ich war, gab ich keinen Laut von mir, als die Nadel durch meine Vene drang und die Schwester mich fragte, was ich später werden will und ich irgendwas von Berufsberatung erzählte.

Vorher bin ich noch drei Stunden lang durch die Klinik gelaufen und saß und wartete und saß und wartete und wurde dann doch mal für paar Minuten gesprochen. „Du bist Trang? Jaja, wir machen dann morgen folgendes: … Alles klar, wir sehen uns dann oder auch nicht, weil du ja in Narkose bist. Haha.“

Und weil ich super wenig schlief, war ich dementsprechend auch gereizt und hungrig und konnte es kaum abwarten, endlich in ein Zimmer zu kommen, welches ich heute verlassen musste, weil es ein behindertengerechtes Zimmer ist und anscheinend gebraucht wird.

Am nächsten Morgen, so gegen halb 7, stand ich auf, wollte auf Klo gehen und plötzlich bekam ich Nasenbluten. Ziemlich viel und ziemlich lange. Total lustig, weil ja genau eine Nasen-OP ansteht und ich die erste war, die operiert werden sollte.
Ungefähr 1 1/2 Stunden lag ich mit einem vorher weißen, nun roten Lappen im Bett, musste mich einhändig in die OP-Sachen stecken und ansonsten auch alles einhändig erledigen (glücklicherweise half mir meine Mitte-40-bis-Mitte-50-ich-kann-das-Alter-so-schlecht-abschätzen-Zimmermitbewohnerin). Weil der Narkosearzt mir einen Tag vorher erzählte, dass die Magensäure AUF GAR KEINEN FALL angeregt werden darf, weil sie sonst die Lunge angreifen würde, bekam ich leichte Panik (kurz nach dieser Erkenntnis gleich im Beruhigungsmittel ertränkt), weil ich während dieser 1 1/2 Stunden mehrmals Blut schluckte. Vor allem dieser Restklumpen an Blut, der mein Nasenbluten zum Stoppen brachte und das Nasenloch frei machte.

Dieses Transportieren im Krankenbett ist total lustig. Jedenfalls kam im OP-Saal auf eine andere Liege, mir wurde ein Schlauch in die Hand gestekt und anschließend schlief ich ein und wachte später auf mit dem Bewusstsein, einen Schlauch im Hals stecken zu haben. „Alles okay bei dir?“ – „Meine Nase tut weh.“ – „Du wurdest an der Nase operiert.“ – „Oh.“ Dann klapperten meine Zähne, obwohl ich nicht fror und dann wachte ich mehrmals wieder in meinem Bett auf.

00:22 Uhr – ich nerve Zimmermitbewohnerin (2), die die schnarcht, gerade zu Tode mit meiner Tastatur.

00:23 Uhr – anscheinend ist Zimmermitbewohnerin (1) auch wach.

Auf Klassenfahrt waren meine Zimmermitbewohner cooler drauf.

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