Kurz nach Mitternacht die Sozihausaufgabe erledigen …

… die man eigentlich schon vorher abgeben sollte und man sich an diesem Tag davor drückte, indem man zu Hause blieb (obwohl ich wirklich krank war, aber nicht krank genug), keine Ahnung haben, was man da überhaupt geschrieben hat, weil man zwischendurch einschlief und dann eine 1 kassieren und mit einer doofen, veränderten und gekürzten Version heute in die Zeitung kommen: Check.

Und hier das Original, das zwar eigentlich auch nicht so gut ist, aber immer noch besser als die gedruckte Version:

Dass wir in einer ziemlich fortgeschrittenen Zeit leben, erkennt man vor allem daran, dass wir vor nicht einmal zehn Jahren gerade mal unsere Handys – wenn man überhaupt eines besaß – zum Telefonieren nutzten – aber eben auch nur, wenn es super wichtig  war, weil uns beim Einkaufen einfällt, dass Oma Inge noch diese eine Haartönung haben wollte, die sie auch nicht unbedingt jünger machen würde. Aber gut.

Jedenfalls ist da ein großer Kontrast zwischen heute und „damals“ (was auch nicht lange her ist, aber aus technologischer Sicht genauso vor ein paar 50 Jahren sein könnte). Denn in diesem Jahrzehnt ist es sogar eine ganze Generation von ständig-auf’s-Smartphone-starrenden Zombies. Dreht man sich einmal um – zack! Schon wischen sie mit ihrem Daumen von links nach rechts über das Display. Oder tippen gerade etwas, indem sie beide Daumen auf diesen sogenannten Touchscreen legen. Ganz egal was, es hat jedenfalls etwas von einer Epidemie, die von Äpfeln, humanoiden Robotern und Brombeeren ausgelöst wurde und sich seit jeher Zeit  rund um den Globus verbreiten. Jetzt haben wir nämlich ein paar abhängige Jugendliche, die alle zwei Minuten ihre Facebookpinnwand aktualisieren und sowieso nur nach dem neusten Scheiß auf dem Markt gieren, während ein bescheidener Rest ihren Kopf schüttelt und ja. .. bescheiden bleibt.

Doch was ziehen diese zombieähnlichen (meist) pubertierenden Individuen an diesen kleinen rechteckigen Dingern an? Und selbst Poltiker machen keinen Hehl draus, das neuste iPhone zu besitzen und nach jeder Sitzung einen Tweet abzuschicken.

Es ist die ständige Informationsflut. Dass man am Laufenden bleibt, egal wo man sich befindet und dass man genauso gut neben demjenigen stehen könnte. Man muss nicht auf den nächsten Morgen warten, um zu erfahren, was soeben im Bundestag geschah oder dass in irgendeinem arabischen Land gerade eine Revolution ausbrach.

Genauso verbindet man sich mit Menschen, die man mal eben bestimmt nicht auf der Straße begegnen wäre, aber trotzdem genauso denken wie man selbst. Und vor allem, dass man nie allein sein wird in dieser Welt, ganz egal wo man ist, solange man dieses rechteckige Ding in der Hosentasche hat.

Aber irgendwie ist es nicht nur die Informationsflut, es ist auch die Schnelligkeit, die eigentlich das Wichtigste ist. Zeit spielt keine Rolle mehr.  Wenn wir etwas wissen wollen, tippen wir das kleine Browser-Icon an und googlen die Antwort schnell. Wie das Wetter nächste Woche wird? Kein Problem, ich öffne mal schnell die Wetter-App. Lust auf eine Pizza? Moment, dann kann ich gleich mal die Pizza-App ausprobieren. Hö? Wo sind wir? Oh, zum Glück, dass ich eine Navigation und Google Maps hier hab!

Die ganzen Verfahren machen es uns viel einfacher und eben schneller im Alltag. Sie ersparen uns eine Menge Zeit, doch genau deshalb machen wir uns so sehr davon abhängig. Wir verlieren nach und nach unsere Selbstständigkeit. Solange das Müllraustragen keine App besitzt,  der Herd nicht durch eine WLAN-Verbindung an-, ausgeschaltet werden kann und die Klospülung nicht durch ein Tippen auf’s Handydisplay betätigt wird, sind wir zwar zum Glück noch nicht verloren, dennoch sollten wir darauf achten  – egal wie verlockend die Funktionen scheinen – , nicht alles dem Hightech-Kram überlassen wird.

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