Selbstportraits

Seit der 7. Klasse habe ich mich beim Zeichnen vor allem auf Menschen spezialisiert. Da ich es allerdings peinlich finde, Leute zu zeichnen, die ich kenne, versuche ich dabei, möglichst irgendwelche Berühmtheiten zu nehmen. Das liegt daran, dass ich das Gefühl habe, irgendwelche Erwartungen nicht zu erfüllen (auch wenn die Portraitierten das Ergebnis eh nie sehen werden FUCK LOGIC) und außerdem sie immer hässlicher zu machen, als sie sind („WAAAS?! ICH HAB DOCH GAR NICHT SO EINE GROßE NASE!!!!!1111“). In den letzten Monaten/das letzte Jahr über spezialisierte ich mich auf ja… mich. Der Grund ist einfach: Es ist mir weder peinlich, wenn ich’s nicht hinkriege, die Suche nach einem guten bild von irgendjemanden wird anstrengend und wir haben es dieses Schuljahr sowieso in Kunst. Allerdings ist das Thema doch etwas anders ausgefallen: Wir sollen uns nur selbst darstellen in Form einer Collage oder was auch immer. (War mal das Thema einer Eignungsprüfung) Eigentlich interessant und eine Herausforderung, aber ich habe bisher keine Ahnung, was ich damit machen soll, weil ich nicht einmal selbst weiß, wer ich bin und was ich mache. Und diesen ganzen banalen Interessenscheiß, bei dem ich Bilder von Dingen, die ich mag, einfach drauf klebe, oder irgendwelche Charaktereigenschaften draufschreibe, ist nicht meins.* Also zeichne ich und zeichne ich und bisher habe ich ein Auge und meine Nase. Wir arbeiten übrigens schon seit 5 Kunststunden oder so daran.
Das Problem hierbei ist allerdings nicht meine Langsamkeit, sondern meine leider nicht ultracoolen ausgebauten Zeichenskillz™. Das würde ich gerne noch weiter erläutern, allerdings habe ich jetzt keine Lust mehr und im Hintergrund läuft gerade „Piano Sonata irgendwasNrirgendwasundirgendwasmitC-molloderC-DurundmehrTonartenkenneichnicht“ von Beethoven und das macht mich ganz kirre, weil ich nicht schreiben kann. Egal.

Hier eines, mit dem ich einigermaßen zufrieden bin und in etwa schon das bewirkt, was ein Selbstportrait so besonders macht: Ich und vielleicht doch nicht ich. Endlose Fragen, die man sich stellen soll: Wer ist das? Warum tut sie das? Was soll uns diese Haltung sagen? Ähnlich wie Dürer, wie da Vinci, Rembrandt, Vigée-Lebrun oder Kahlo? Von wem hat sie sich inspirieren lassen? Oder versucht sie, etwas völlig neues zu erschaffen? Jemand neues? Will sie uns imponieren oder nur sich selbst etwas beweisen? Sind wir ihr egal oder geht es doch nicht um sie? Und und und™…

Hier das Bild (Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich mich so öffentlich zur Schau stellen will…)

 

 

+++++++ Dieser Beitrag macht hat nur Sinn, wenn man die dreiteilige Doku über Selbstportraits von Arte gesehen hat. Und währenddessen in meiner Klasse saß und mit mir redete. Außerdem schreibe ich nie wieder etwas, wenn im Hintergrund Klassik läuft.

*(Nichts für ungut, falls das jemand liest, der das machen will und in meine Klasse geht – euers wird sowieso besser, als das, was ich jemals zustande gebracht hätte)

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