quatre (IV)

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Oh.

Es fühlt sich ein bisschen komisch an, hier wieder zu schreiben. Der letzte Eintrag ist exakt eine 12. Klasse her und ich bin nun inmitten meiner Abiturprüfungen. Deutsch und Französisch (einmal grundlegendes, einmal erhöhtes Niveau) habe ich seit gestern hinter mir, die schriftliche Ergänzungsprüfung für das Große Latinum ebenfalls, Mathe (erhöht) und Geschichte (grundlegend) folgen kommende Woche.

Es fühlt sich wirklich komisch an, wieder in dieses Textfeld zu schreiben, nachdem ich es ein 3/4 Jahr gemieden habe. All meine Gedanken habe ich stattdessen in mein Tagebuch niedergeschrieben und selbst diese waren nur Fragmente von dem, was ich fühlte. Es hat sich im Laufe der Zeit eine gewisse Indifferenz bei mir eingestellt, nicht mehr alles zu dokumentieren, fast nichts mehr zu dokumentieren. Fotos – wenn ich überhaupt welche machte – bleiben ungeöffnet auf der Festplatte. Mir genügt der Moment, dass ich Dinge gesehen und erzählt habe, auch wenn sie (später) im Nichts verhallen.

Vier Jahre sind viel – zumindest in Anbetracht dessen, was ich seitdem erlebte, fühlte, dachte, und wie sich all die Dinge ändern. Ich war 14 als ich diesen Blog erstellte und jetzt bin 18. Ich wollte stets mehr daraus machen, aber habe es im Prinzip immer nur dann gemacht, wenn ich gar nicht mehr daraus machen wollte. Ich hab mir vorgenommen, mehr zu schreiben, über größere Dinge zu schreiben, stattdessen habe ich über nichts geschrieben.

Letztendlich ist das hier eine schöne Erinnerung an all das, was ich die letzten Jahre durchgemacht habe. Teile meiner “Jugend”, die sicherlich nicht damit endet, dass ich nun Abitur mache, und in einem Jahr woanders zu Hause bin, Gedanken, die ich irgendwie loswerden musste, weil ich nicht schreien konnte, Erlebnisse, die ich festhalten wollte.

Ich weiß nicht, was hieraus wird. Löschen erscheint mir zu radikal, vielleicht lasse ich ihn einfach im Netz stehen, irgendwann vergessen, vielleicht belebe ich ihn später wieder. Wer weiß.

Hi

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Das 11. Schuljahr ist um. Es fühlt sich an wie Neujahr. Ich sollte mir bald abgewöhnen, Jahre in Schuljahren zu unterteilen.
Mein Zeugnisse fielen schlechter als erwartet aus, aber immerhin weichen beide nicht zu sehr voneinander ab.
Ich nahm mir vor, mich dieses Schuljahr besonders anzustrengen, mich hinzusetzen und irgendwie mehr zu tun. Stattdessen hatte ich Panikattacken vor und besonders nach Klausuren, die mich allesamt plötzlich mit ihren 40 % runterzogen, ich war in meinen besten Fächern schlechter als je zuvor und um es kurz zu fassen: Vermutlich werde ich nun Mathe auf LK-Niveau schreiben. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie ich in Mathe so viel besser als in Englisch oder Kunst werden konnte. Mir ist eigentlich das gesamte Schuljahr noch ein Rätsel. Aber ich bin unendlich froh, dass es um ist. In vielerlei Hinsicht.
Mein Entwürfe-Ordner ist voll mit Posts über Leistungsdruck, das Bildungssystem, Orientierungslosigkeit und Verzweiflung. Vielleicht bekomme ich es in diesen Ferien ja hin, alles zusammenzubasteln und zu veröffentlichen. Ich bezweifle es allerdings.
Was ich in den nächsten 6 Wochen vorhabe, steht noch nicht ganz fest. Allerdings werde ich in der letzten vollständigen Ferienwoche mit meinen Freunden ein paar Tage an der Ostsee campen. Quasi als Abschluss, da zwei meiner engsten Freunde ihr Abitur schon längst in der Tasche haben und anfangen werden zu studieren.

Das war jedenfalls ein kurzes Lebenszeichen. Auch wenn ich es vermutlich nicht hinbekomme, die Entwürfe, die über das Schuljahr entstanden, zusammenzufassen, werde ich mich wahrscheinlich nun trotzdem öfter melden.