Joghurt-in-der-Tasche-Revolte

»Weil der Joghurt zerquetscht werden könnte,« sagst du, während du in deiner Tasche rumkramst und die festen Gegenstände nach unten packst, »sonst läuft doch alles aus und die Tasche war doch erst (seufzend) vor ein paar Tagen in der Reinigung.« Schweigend sitze ich da und könnte höchstens etwas entgegnen, das dir die Belanglosigkeit dieser Sache bewusst macht, dass du dich anschließend geradezu schämst, dieser monotonen Routine verfallen zu sein, die dazu führt, solche Nichtigkeiten zu den größten Hürden deines Alltags werden zu lassen. Doch mir fällt auf, wenn alles egal ist, das auch das egal ist, dass es mich nichts angeht, was du aus deinem Leben machst. Und woher weiß ich überhaupt, ob du dir nicht schon selbst die gleichen Fragen stellst, nachts wach liegst und nichts mit dir anzufangen weißt. Vielleicht ist diese Joghurt-in-der-Tasche-Angst auch ein Verdrängnisakt, der die anderen großen Ängste für Augenblicke verschwinden lässt, weil der Fokus deiner Gedanken mal nicht auf ihnen liegt. 
Also bleibe ich still, sage nichts und schaue dir zu, wie du einen Gegenstand nach dem anderen geordnet in die Tasche legst.
Denn ich bin müde von all der Alltagsrevolterei.

Kein Zuhause, aber zu Hause

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Dieses Haus fühlt sich leer an, während es doch mit Möbeln und anderen Gegenständen zugestellt ist. Es hat nur noch etwas von mir, als sei ich die einzige Bewohnerin, als sei ich die einzige, die es betritt, die durch dieses Haus geht, die Treppen rauf und runter. Abends sieht man das Licht nur in einem einzigen Zimmer brennen; die restlichen Räume bleiben dunkel und geschlossen. Die anderen Lebenden in diesem Haus sind höchstens zu erahnen. Den ganzen langen Tag arbeiten sie, kommen nur nach Hause, um zu schlafen.

9.1.14 01:42 Uhr

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Weil ich aus der Vergangenheit nicht lerne, trank ich zwei Tassen Schwarzen Tee und bin immer noch wach.  Samstag fahre ich übrigens nach Österreich. Maria Lankowitz, um genau zu sein. Unsere Schule bietet mehr oder weniger (andere Geschichte) einen einwöchigen Skikurs an, der dann als Note für 11.2 einfließt. Das heißt vor allem kein halbes Jahr Sport danach. Juhu.

Ferienende

Es sind diese Tage, an denen alles an einem vorbei rauscht, dass man noch ganz benommen stumm da steht und sich fragt, was gerade geschehen ist und ob dieses Geschehen überhaupt von Relevanz war. Tage, an denen man nichts spürt, an denen jegliche Empfindungen einfach verschluckt werden. Benebelt und taub irrt man durch die Gegend, bis man resignierend an Ort und Stelle verbleibt, dass auch die Zeit nur noch still stehen kann.
Höchstens hier und da mal Empathie für die Mitmenschen aufbringen, weil einen sonst nichts (er)füllt; als lebe man nur von den Gefühle anderer, weil man selbst nichts zustande bringt. Hauptsache irgendwas machen, irgendwie funktionieren.

Bis man es drinnen nicht mehr aushält, rausrennt, draußen wild umherläuft, immer wieder im Kreis, immer wieder hin und her und hin und her, mit einem zerfledderten Blatt voller Daten geschichtlicher Ereignisse in der Hand, die man blind aufsagt, runterrattert, immer schneller und schneller, viel schneller als man überhaupt sprechen kann, als Kehle, Zunge und Lippen Wörter formen. Und gleichzeitig schreien und weinen wollen, voll Wut, Panik und Angst, aber dennoch still bleiben, weil die Nachbarn sonst was denken. Dann in den Himmel schauen, das Leuchten der Sterne sehen und nicht begreifen können, dass sie in Wirklichkeit noch unglaublich viel größer, noch unglaublich viel heller sind, als sie gerade erscheinen und dass man sie nie, nie in vollster Größe erleben wird, was in diesem Augenblick das Deprimierendste im gesamten Universum für einen darstellt.