Hi

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Das 11. Schuljahr ist um. Es fühlt sich an wie Neujahr. Ich sollte mir bald abgewöhnen, Jahre in Schuljahren zu unterteilen.
Mein Zeugnisse fielen schlechter als erwartet aus, aber immerhin weichen beide nicht zu sehr voneinander ab.
Ich nahm mir vor, mich dieses Schuljahr besonders anzustrengen, mich hinzusetzen und irgendwie mehr zu tun. Stattdessen hatte ich Panikattacken vor und besonders nach Klausuren, die mich allesamt plötzlich mit ihren 40 % runterzogen, ich war in meinen besten Fächern schlechter als je zuvor und um es kurz zu fassen: Vermutlich werde ich nun Mathe auf LK-Niveau schreiben. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie ich in Mathe so viel besser als in Englisch oder Kunst werden konnte. Mir ist eigentlich das gesamte Schuljahr noch ein Rätsel. Aber ich bin unendlich froh, dass es um ist. In vielerlei Hinsicht.
Mein Entwürfe-Ordner ist voll mit Posts über Leistungsdruck, das Bildungssystem, Orientierungslosigkeit und Verzweiflung. Vielleicht bekomme ich es in diesen Ferien ja hin, alles zusammenzubasteln und zu veröffentlichen. Ich bezweifle es allerdings.
Was ich in den nächsten 6 Wochen vorhabe, steht noch nicht ganz fest. Allerdings werde ich in der letzten vollständigen Ferienwoche mit meinen Freunden ein paar Tage an der Ostsee campen. Quasi als Abschluss, da zwei meiner engsten Freunde ihr Abitur schon längst in der Tasche haben und anfangen werden zu studieren.

Das war jedenfalls ein kurzes Lebenszeichen. Auch wenn ich es vermutlich nicht hinbekomme, die Entwürfe, die über das Schuljahr entstanden, zusammenzufassen, werde ich mich wahrscheinlich nun trotzdem öfter melden.

 

 

 

5. Juli 2014

Ich will schreiben und schreiben und schreiben und E-Mails beantworten, die schon so lange in meinem Postfach liegen, und ich will lesen, meine ganzen Bücher endlich weiterlesen und beenden und neu anfangen und überhaupt auch mich irgendetwas widmen, was nur im Entferntesten etwas mit der Realität, mit mir zu tun hat. Ich bin müde und ausgelaugt und gestresst, gehetzt, voller Versagensängste, aber immer noch mit Fassung. Ich wurde durch zwei geteilt; der eine Teil weint immerzu, der andere zieht ihn hinter sich her, nichts sagend, nur ausführend, ignoriert, dass der andere Teil nicht mehr kann und ich frage mich, woher er diese Ausdauer hat, woher er diese Kraft hat, einfach weiterzumachen. Vor zwei Jahren war es schon einmal so, nur gab es diesen Teil nicht, der den anderen hinterherzieht. Dieser war allein und vollkommen auf sich allein gestellt. Verfolgt von Ängsten, immerzu gejagt, bis er nicht mehr konnte und sich ergab.
Ich weiß nicht, woher der Teil kommt, der plötzlich auf stark tut und aushält, weil er weiß, dass es nicht das Schlimmste ist oder es zumindest ignoriert. Er läuft und läuft und läuft einfach weiter.

Es ist jährlicher Marathon, der dieses Jahr in die letzte Runde geht. Hoffe ich.