5. Juli 2014

Ich will schreiben und schreiben und schreiben und E-Mails beantworten, die schon so lange in meinem Postfach liegen, und ich will lesen, meine ganzen Bücher endlich weiterlesen und beenden und neu anfangen und überhaupt auch mich irgendetwas widmen, was nur im Entferntesten etwas mit der Realität, mit mir zu tun hat. Ich bin müde und ausgelaugt und gestresst, gehetzt, voller Versagensängste, aber immer noch mit Fassung. Ich wurde durch zwei geteilt; der eine Teil weint immerzu, der andere zieht ihn hinter sich her, nichts sagend, nur ausführend, ignoriert, dass der andere Teil nicht mehr kann und ich frage mich, woher er diese Ausdauer hat, woher er diese Kraft hat, einfach weiterzumachen. Vor zwei Jahren war es schon einmal so, nur gab es diesen Teil nicht, der den anderen hinterherzieht. Dieser war allein und vollkommen auf sich allein gestellt. Verfolgt von Ängsten, immerzu gejagt, bis er nicht mehr konnte und sich ergab.
Ich weiß nicht, woher der Teil kommt, der plötzlich auf stark tut und aushält, weil er weiß, dass es nicht das Schlimmste ist oder es zumindest ignoriert. Er läuft und läuft und läuft einfach weiter.

Es ist jährlicher Marathon, der dieses Jahr in die letzte Runde geht. Hoffe ich.

3 Jahre

Vor ein paar Tagen wurde dieser Blog 3 Jahre alt und ich vergaß völlig, einen Beitrag dafür zu erstellen. Grund dafür war auch der Besuch des Lieblingsjungens – oder auch ohne sich im ominösen Bloggerjargon auszudrücken (ganz abgesehen davon, dass ich mich sowieso nicht sehr wohl dabei fühle, Menschen, die ich auf unterschiedliche Art und Weise gernhabe, in eine bestimmte Rangordnung zu positionieren): meines Freundes. Rückblickend ist es doch absurd, wenn ich bedenke, dass ich ihn nie kennengelernt hätte, wäre ich vor drei Jahren nicht auf die Idee gekommen, diesen Blog zu erstellen – von Langeweile angetrieben, weil ich – statt mit meinen Freunden zum Maifeuer – zu Hause bleiben musste. Und auch mit anderen supertollen Leuten wäre ich nicht (näher) in Kontakt getreten, gäbe es dieses Ding hier nicht. Zudem ist es immer wieder ganz schön, alte Beiträge durchzulesen und vor allem Gedankengänge nachzuverfolgen, die sich in den letzten Jahren entwickelten.

Was hier jedoch fehlt, ist der Mut, mich zu “größeren” Themen zu äußern. Einerseits möchte ich auch nicht unbedacht Dinge veröffentlichen, von denen ich nicht die genauste Ahnung habe, aber andererseits möchte mich eben deshalb daran versuchen, reflektierter an bestimmte Themen ranzugehen und das gelingt mir nur, wenn ich mich öffentlich damit auseinandersetze. Zumindest bilde ich mir das ein.

Mal schauen, was hieraus noch wird.